Weltweit gibt es vom Jesuitenorden Schulen, die nach den Ideen ihres Ordensgründers, Ignatius von Loyola, ausgerichtet sind. Unsere Schweizer Mitglieder waren Schüler der Stella Matutina in Feldkirch / Österreich. Es ist interessant zu bemerken, dass die Stella Matutina immer vom Schicksal der deutschen Provinzen mitbetroffen war, und es ist kein Zufall, dass die Gründer dieser Vereinigung wieder Kontakt zu den Deutschen Schulen suchten.
1852
wurde die "Ober- und Niederdeutsche Provinz" errichtet, die ab 1853
"Deutsche Provinz" genannt wurde, zu deren Gebiet auch die Schweiz
zählte, obwohl hier die Jesuiten infolge des Kulturkampfes bereits 1847/48
verboten waren. 1855 kam P. Antoine Minoux, der letzte Provinzial während
der Vertreibung aus der Schweiz, nach Feldkirch und sah, dass sich die dortige
leerstehende Stadtkaserne für ein Pensionat eignen würde. Bereits
am 25. September 1856 begann die Stella Matutina, als eine Gründung dieser
"Deutschen Provinz" mit 90 Konviktoren. Das Pensionat erlebte eine
von den politischen Verhältnissen abhängige wechselvolle Zeit. 1868
wurde mit dem Pensionat ein eigenes achtklassiges Privatgymnasium verbunden.
1895/96 erhielt die Stella die staatliche Anerkennung für die österreichische
Matura. Ab 1930 konnten auch die Deutschen ein staatlich anerkanntes Auslandsabitur
ablegen. In Folge der Tausend-Mark-Sperre gegen Oesterreich übersiedelte
1934 das deutsche Gymnasium mit seinen Konviktoren, Lehrern und Präfekten
nach St. Blasien, wo im einstigen Klostergebäude ein neues Kolleg errichtet
worden war. Zurück blieb das österreichische Gymnasium. 1938 entzog
das NS-Regime der Stella die staatliche Anerkennung. In den Gebäuden wurde
eine Reichsfinanzschule errichtet.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das wieder zu errichtende Kolleg wegen der politischen Verhältnisse der inzwischen von der Oberdeutschen Provinz abgetrennten und unabhängigen Schweizer (damals Vice-) Provinz zugeteilt. Die neue Stella wurde wieder ein Internat mit staatlich anerkanntem österreichischem Gymnasium, an dem seit 1957 auch ein gültiges Abitur abgelegt werden konnte.
Ende der 60er Jahre breitete sich eine immer akuter werdende Krise aus. Der Bestand der Schweizer Vizeprovinz schmolz durch eine Reihe von Austritten zusammen, der Nachwuchs bei Scholastikern und Präfekten war prekär, die Schüleranmeldungen aus der Schweiz und Deutschland gingen zurück und der geplante Verkauf der Stella mit einem Neuanfang auf der nahegelegenen Garina erschienen aus personellen Gründen unmöglich. 1975 beantragten Haus- und Provinzleitung beim P. General in Rom die Schliessung des Kollegs. Im Einverständnis mit dem Provinzial der Schweizer Provinz bildete sich daraufhin eine Aktionsgruppe von Lehrern und Altstellanern, die mit grossen Engagement eine erweiterte Trägerschaft vorbereiten sollte. Trotz dieser Bemühungen und grossem Interesse von staatlicher, kirchlicher und persönlicher Seite fasste P. General den schweren Entschluss, das Kolleg 1979 zu schliessen.